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Studierende vor dem Optoelektronik-Gebäude P8, Foto: Universität Paderborn, Fotografin: Judith Kraft Bildinformationen anzeigen

Studierende vor dem Optoelektronik-Gebäude P8, Foto: Universität Paderborn, Fotografin: Judith Kraft

| Nina Reckendorf, Stabsstelle Presse und Kommunikation

„Innovationsstandort im Herzen Europas“

Traditioneller Neujahrsempfang an der Universität Paderborn

„Gerade in unsicheren Zeiten – und in solchen leben wir in vielerlei Hinsicht – braucht es Momente der Bestandsaufnahme ebenso wie der Vergewisserung, um nicht den sprichwörtlichen „Boden unter den Füßen“ zu verlieren“. Mit diesen eindringlichen Worten leitete Präsidentin Prof. Dr. Birgitt Riegraf ihre Ansprache zur Entwicklung der Hochschule beim diesjährigen Neujahrsempfang am Sonntag, 19. Januar, ein. Rund 550 Vertreter*innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik waren gekommen, um an den Feierlichkeiten teilzunehmen und ihrer Verbundenheit zur Universität Ausdruck zu verleihen.

„Viele Veränderungen fordern uns derzeit als Universität und als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler heraus“, gab Prof. Riegraf zu bedenken. Was sich aktuell abzeichne, sei eine planetarische Umwelt- und Ressourcenkrise, für deren Bewältigung dringend innovative und nachhaltige Strategien erforderlich seien. Für diese Prozesse gelte es, Analysen und Lösungen zu erarbeiten – eine Verantwortung, der sich die Universität Paderborn in besonderem Maße stelle, so die Präsidentin weiter. In allen fünf Fakultäten werde zu hochrelevanten Themen mit großem Erfolg geforscht. „Es erfüllt mich mit Stolz, aber vor allem stimmt es mich zuversichtlich, dass wir als Universität einen sichtbaren Beitrag zu den großen Herausforderungen unserer unsicheren Zeit leisten können“, stellte Prof. Riegraf fest.

Ins Zentrum ihrer Bestandsaufnahme rückte sie den Wissens- und Technologietransfer als einen Bereich, an dem die Rolle der Universitäten für die Gesellschaft besonders deutlich werde – und als einen Bereich, in dem die Universität besonders gut aufgestellt sei. Davon zeugten u. a. die zahlreichen Kooperationen mit der Wirtschaft in der Region und darüber hinaus. Ein „bedeutender Meilenstein“ sei insbesondere die Einweihung des neuen Y-Gebäudes gewesen, das seit letztem Frühjahr das Institut für Leichtbau mit Hybridsystemen beheimate. Als weiteres Highlight des vergangenen Jahres nannte Prof. Riegraf den im Rahmen des Exzellenz Start-up Center NRW geförderten Start-up Hotspot "Akzelerator.OWL", der jetzt auf dem ehemaligen Gelände der Barker Barracks realisiert werden könne. Damit wachse die Universität „noch ein gutes Stück weiter in die Stadt hinein“.

„Die Basis für unsere erfolgreichen Transferaktivitäten und das große inter- wie transdisziplinäre Kooperationspotential ist eine exzellente Grundlagenforschung. Unsere jüngsten Erfolge im Bereich der DFG-Förderung kommen nicht von ungefähr und sind ein eindrucksvoller Indikator sowohl für die Sichtbarkeit der Universität in der Forschungslandschaft als auch für die Qualität der Forschung, die hier betrieben wird“, führte Riegraf aus und nahm Bezug auf die verlängerten bzw. neu eingerichteten Sonderforschungsbereiche.

Mit dem Neubau des Rechenzentrums und der zweiten Ausbaustufe des Hochleistungsrechners Noctua könne die Universität ihre Forschungsinfrastruktur noch einmal nachhaltig verbessern. „Der Forschungsstandort Paderborn steigt damit in die erste Liga der Hochleistungsrechner auf“, so Prof. Riegraf. „Als Innovationszentrum im Herzen Europas ist die Universität Paderborn ein zunehmend attraktiver, enorm produktiver und leistungsfähiger Wissenschaftsstandort: regional verwurzelt, national vernetzt und international verbunden“.

Festredner in diesem Jahr war Prof. Dr. Gerd Gigerenzer, Direktor des Harding-Zentrums für Risikokompetenz am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin, der über den Umgang mit Risiken in unsicheren Zeiten sprach. Der Wissenschaftler bemängelte insbesondere eine häufig fehlende Risikokompetenz: „Wir kommen immer weiter weg von einer Leistungskultur und bewegen uns hin zu einer Absicherungskultur“, so Prof. Gigerenzer. Davon zeuge auch die große Zahl an Beratungsfirmen, die Unternehmen in ihrer Entscheidungsfindung unterstützen. „Haben Sie den Mut, selbst zu entscheiden und mitzudenken“, lautete sein Rat.  

Wie in jedem Jahr wurde der feierliche Rahmen genutzt, um Preise für herausragende Leistungen zu verleihen. Darunter Dissertationspreise, der Preis des DAAD sowie Preise der Universitätsgesellschaft. Auch die diesjährigen Forschungspreisträger Prof. Dr. Eyke Hüllermeier und Dr.-Ing. Oliver Wallscheid nahmen ihre Auszeichnung entgegen, die sie für die Erforschung intelligenter Systeme für eine nachhaltige Energiewende erhalten hatten.

Für Abwechslung beim Neujahrsempfang, der zum ersten Mal von Ulrich Lettermann moderiert wurde, sorgte „Gabriele 30“: Die mittlerweile schon fast als historisch geltende Schreibmaschine der Marke Adler wurde von Solist Eckhard Wiemann passend zum Stück „The Typewriter“ als Musikinstrument umfunktioniert. Das Hochschulorchester, das wie immer für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung sorgte, konnte das Publikum vor allem mit seiner Interpretation des Klassikers „Eye of the Tiger“ begeistern.

Hier finden Sie die vollständige Rede von Prof. Dr. Birgitt Riegraf.

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