Nach­richt

Vom „Hei­ßen Draht“ zur di­gi­ta­len Pro­blem­lö­sung: Stu­die­ren­de ge­stal­ten Un­ter­richt am Be­rufs­kol­leg

Wie lassen sich handlungsorientiertes Lernen, technisches Problemlösen und digitale Technologien sinnvoll miteinander verbinden? Mit dieser Frage beschäftigten sich Masterstudierende verschiedener Lehramtsstudiengänge in einem erstmals gemeinsam vom Fachgebiet Technikdidaktik und der Sachunterrichtsdidaktik durchgeführten Seminar.

Beteiligt waren Studierende des Lehramts an Berufskollegs mit den beruflichen Fachrichtungen Elektrotechnik oder Maschinenbautechnik sowie Studierende des Lehramts an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen mit dem Unterrichtsfach Technik. Gemeinsam mit Studierenden des Sachunterrichts und der Sonderpädagogik entwickelten sie Unterrichtsinterventionen für die Grundschule bzw.  für Berufsfachschulklassen des Berufskollegs. Das Seminar wurde in Kooperation mit Prof. Dr. Claudia Tenberge und Nele Schemel aus der Sachunterrichtsdidaktik und Kerstin Moeschke vom Richard-von-Weizsäcker-Berufskolleg durchgeführt.

Im Mittelpunkt des Unterrichtsprojekts stand der Bau eines „Heißen Drahts“, der mithilfe des Calliope mini um eine digitale „Antischummelsoftware“ ergänzt wurde. Die Schüler*innen waren gefordert, mechanisch-technische und digital-technische Herausforderungen zu lösen und eigene Lösungswege praktisch umzusetzen.

Zur Vorbereitung beschäftigten sich die Studierenden intensiv mit Handlungs- und Problemorientierung im Unterricht, der Differenzierung von Aufgabenstellungen sowie dem Scaffolding, also der gezielten Unterstützung von Lernprozessen. Auf dieser Grundlage planten sie die Unterrichtsintervention und berücksichtigten dabei die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der Schüler*innen. Auch künstliche Intelligenz wurde in die Planung einbezogen: Ein von Dr. Mats Verholz (Fachgebiet Technikdidkatik) entwickelter Chatbot unterstützte die Studierenden bei der Reflexion ihrer Entwürfe und gab ergänzendes Feedback. Anschließend stellten sich die Gruppen ihre Planungen gegenseitig vor und entwickelten diese auf Basis der Rückmeldungen weiter.

Am 3. Juli führten Studierende die Unterrichtsintervention am Richard-von-Weizsäcker-Berufskolleg durch (s. Fotos), parallel wurde der Unterricht an der Karlschule erprobt. Den Abschluss des Seminars bildeten die gemeinsame Reflexion und Evaluation des Unterrichts. Dabei wurden sowohl die Lernprozesse der Schüler*innen als auch die Planung, die eingesetzten Unterstützungsmaßnahmen und der Nutzen des KI-gestützten Feedbacks kritisch betrachtet.

Das Seminar verband damit fachdidaktische Theorie, schulische Praxis und die reflektierte Nutzung digitaler Werkzeuge – und bot den Studierenden die Möglichkeit, Unterricht gemeinsam zu planen, zu erproben und weiterzuentwickeln.