Na­chricht

Ei­er­le­gen auf Knopf­druck

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„Wollen wir zusammen Löten?“, wird die vierzehnjährige Anna-Lena gefragt. Die Jugendliche sitzt in einem Elektrorollstuhl und braucht ein bisschen Unterstützung bei der fummeligen Lötarbeit. Gemeinsam mit einem Jungen der Heinz-Nixdorf Gesamtschule gelingt die Operation und der kleine Knopf hängt am Kabel. Beim inklusiven Tastenbauen lernen die Schüler neben der Technik auch das erfolgreiche Miteinander.

In den Räumlichkeiten des zdi-Schülerlabors coolMINT.paderborn im Heinz Nixdorf MuseumsForum konnten Schülerinnen und Schüler der Liboriusschule – LWL Förderschule – und der Heinz-Nixdorf-Gesamtschule im Rahmen eines Workshops elektronische Taster selbst zusammenbauen. Diese ermöglichen Menschen mit Behinderung, Spielzeuge per Knopfdruck zu bedienen oder ihren Sprachcomputer zu nutzen. Da herkömmliche Geräte recht teuer sind, haben die Schülerinnen und Schüler sie in Eigenarbeit kurzerhand selbst gebaut.

Nils Beinke von der Liboriusschule konzipierte gemeinsam mit den Lehrerinnen Julia Barkhausen und Raphaela Draeger von der Heinz-Nixdorf-Gesamtschule und dem Schülerlabor coolMINT.paderborn im Rahmen des Projektes Sozialgenial den Workshop.

In Teamarbeit fertigten die Schüler Hilfsmittel wie Taster und hatten dabei sichtlich Spaß an der Herausforderung. Neben üblichen Bauteilen besteht der elektronische Taster aus einem 3D-Druck als Gehäuse. Den 3D-Drucker konnten die Gesamtschülerinnen und -schüler bei einem Kennenlerntreffen in der Liboriusschule bestaunen und waren sofort begeistert von der neuen Technologie. Beim Zusammenbau im Schülerlabor unterstützen sie studentische Hilfskräfte des Schülerlabors.

In dem dreistündigen Workshop bauten die 17 Schülerinnen und Schüler auf der Grundlage der entwickelten Bauanleitung ihren eigenen Taster. Dank der optimalen Zusammenarbeit beim Löten wurden alle Geräte fertiggestellt. Besonders der anschließende Test mit einem Spielzeughuhn, das Eier aus Plastik legt, sorgte für ausgelassene Stimmung bei der bunten Truppe. Schließlich bewerteten die Teilnehmer den Workshop sehr positiv. Sie beschlossen weitere Workshops im Schülerlabor durchzuführen, in denen weitere Hilfsmittel entwickelt und gefertigt werden.